KDE vs. Gnome I
Überschriften wie diese führen insbesondere in einschlägigen Foren regelmäßig zu schnell aus dem Ruder laufenden Flamewars. Das möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall provozieren. Ich möchte auch garnicht die eine, oder die andere Desktopumgebung öffentlich diskreditieren. Vielmehr ist es so, dass jede dieser Umgebungen ihre eigenen Vor- und Nachteile bietet und die Wahl einer primären Ausprägung oftmals nicht leicht fällt. Zwar hat man natürlich die Möglichkeit beide Umgebungen zu installieren und zu Nutzen, in den meisten Fällen wird man sich jedoch für eine primäre Arbeitsumgebung entscheiden und an dieser auch die Auswahl der genutzten Programme festmachen.
Letzteres möchte ich an dieser Stelle tun. Es handelt sich hierbei um meine ganz persönliche und subjektive Abwägung der jeweiligen Vorzüge und Beeinträchtigungen. Die Plattform, auf deren Basis diese Gegenüberstellung vorgenommen wurde ist das jüngst erschienene Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx). In anderen Distributionen können sich einzelne der im folgenden genannten Punkte natürlich anders ausgestalten. Um den ADS-Jüngern unter meinen Lesern entgegen zu kommen, werde ich den Vergleich thematisch einteilen und in den nächsten Beiträgen hier veröffentlichen.
Performance und Integration
Auf meinen Rechnern laufen sowohl KDE als auch Gnome äußerst stabil und fühlen sich ziemlich flott an. Auch die Desktopeffekte wie “Wabernde Fenster” oder der beliebte 3D-Arbeitflächenkubus werden perfekt dargestellt. Gut gefällt mir bei KDE der Splashscreen, der den Aufbau des Desktops begleitet und störende Relikte wie z.B. bei Gnome der zunächst schwarze Balken beim von mir genutzten Docky vor Start von Compiz nicht auftreten lässt.
Die KDE-Netbook Version kann noch nicht wirklich begeistern und reagiert äußerst zäh. Der animierte Aufbau der Programmicons gestaltet sich als Diashow und die Taskleiste beliebt immer mal wieder ohne erkennbaren Grund zu verschwinden, bzw. zu erscheinen. Paradox ist daran, dass sich das herkömmliche und nicht für Netbooks optimierte x86-Kubuntu im Gegensatz dazu auch auf dem Netbook gut bedienen lässt und schnell und stabil läuft. Von KDE-Seite ist die KDE-Netbookoberfläche auch noch immer als Technical Preview zu verstehen. Hier hätte Kubuntu gut daran getan, die entsprechende Kubuntu-Version auch erneut dementsprechend zu kennzeichnen. Die auf Gnome basierende Ubunut-Netbookvariante läuft jedoch perfekt auf dem kleinen Rechner und ist erstaunlich schnell.
Hinsichtlich der Integration von Diensten wie z.B. Ubuntu One hinkt KDE dem Gnome-Desktop deutlich hinterher. Hier ist wohl erst mit der nächsten Version mit einer Integration zu rechnen. Wer alternativ zu Dropbox greifen möchte, kann sich auch unter KDE mit einigen Handgriffen helfen und die bislang noch fehlende KDE-Integration ohne größere Nachteile umschiffen.
In puncto Paketverwaltung hat Gnome ebenfalls die Nase vorn. Das Software-Center ist insbesondere für Linux-Neulinge die bessere Wahl, da alle Programme hier gut strukturiert und übersichtlich zu finden sind und sich leicht installieren lassen. Das KDE-Äquivalent KPackageKit ist hier nicht ganz so transparent und ergonomisch. Selbstverständlich lassen sich aber auch hier alle Programme finden und installieren, sowie die notwendigen Updates des Systems vornehmen. Auf die Notwendigkeit von Updates wird der Benutzer bei beiden Arbeitsumgebungen über Benachrichtigungen hingewiesen. Bei KDE gefällt hier, dass sich dies durch ein Icon im Tray darstellt, während unter Gnome einfach ein Updatefenster erscheint, was den Arbeitsfluss beeinträchtigen kann.
3 Kommentare zu “KDE vs. Gnome I”
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derMerl 7. Mai 2010 - 14:29 Ich bevorzuge Gnome, sowohl privat als auch in der Firma. Wobei mir die Gnome “Umsetzung” von Linux Mint (privat) bisher am besten gefällt. OpenSuSE (Firma) ist da nicht so toll. Warum kann ich gar nicht genau sagen, ist viel subjektiv Empfinden denke ich. Gut gefallen hat mir auch XFCE! |
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Jens 12. Mai 2010 - 08:40 Werde die Serie mal fortführen. Bin immer mal wieder am Switchen und derzeit mal wieder beim Gnome gelandet. Hauptargument für Gnome ist für mich zumindest unter Ubuntu tatsächlich die bessere Integration. Die Netzwerkverwaltung ist da bei KDE so Buggy, da kannst du mit am Strand fahren. Gleiches gilt für die Druckerverwaltung. Hinsichtlich Funktionalität sticht KDE den Gnome allerdings um Längen aus. |
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Michael 25. Mai 2010 - 07:39 Ich habe bis zur Ubuntu Version 10.04 auch GNOME bevorzugt. Seit dieser Version habe ich allerdings mit massiven Problemen mit der WLan Anbindung und unerklärlichen Rechnerabstürzen zu kämpfen. Vor dieser Version war das nie ein Problem. |

